Physiotherapie bei der Französischen Bulldogge
Wie die Tierphysiotherapie funktioniert, wann sie Teil eines Rehabilitationsprogramms sein kann und warum jedes Programm auf den einzelnen Hund abgestimmt werden muss.

Was ist Tierphysiotherapie?
Tierphysiotherapie kann als Teil der Rehabilitation dazu beitragen, Funktion und Beweglichkeit bei Tieren mit Erkrankungen des Bewegungsapparates oder neurologischen Erkrankungen wiederherzustellen. Sie kann außerdem nach bestimmten chirurgischen Eingriffen oder bei Erkrankungen eingesetzt werden, die die Bewegung beeinträchtigen.
Dabei handelt es sich nicht um eine einzelne Behandlungsmaßnahme. Ein Rehabilitationsprogramm kann je nach Bedarf des Patienten therapeutische Übungen, manuelle Techniken, Mobilisation, Aktivitäten zur Bewegungskontrolle und Geräte wie ein Land- oder Unterwasserlaufband umfassen. Einige Einrichtungen setzen auch physikalische Verfahren wie die Photobiomodulation (Lasertherapie) ein, deren wissenschaftliche Evidenz je nach behandelter Erkrankung variieren kann.
Ziel ist nicht, bei allen Hunden dasselbe Schema anzuwenden. Stattdessen werden funktionelle Probleme ermittelt und realistische Ziele für den jeweiligen Patienten festgelegt. Das Programm kann im weiteren Verlauf an die Reaktion des Hundes und die Ergebnisse der Kontrolluntersuchungen angepasst werden.
Für die Französische Bulldogge kann dieser Ansatz besonders relevant sein, da bei dieser Rasse orthopädische und neurologische Erkrankungen auftreten können, die die Bewegung beeinträchtigen. Eine rassebedingte Veranlagung bedeutet jedoch nicht, dass jeder Frenchie Physiotherapie benötigt. Ob sie angezeigt ist, hängt stets von der individuellen klinischen Situation ab.
Kurz zusammengefasst
Tierphysiotherapie ist keine standardisierte Abfolge von Übungen. Das individuell zusammengestellte Programm beginnt mit einer Beurteilung des Hundes. Anschließend werden funktionelle Ziele festgelegt und das Programm im Verlauf an seine Bedürfnisse und seine Reaktion angepasst.
Funktion
Das Ziel ist es, die Wiederherstellung oder den Erhalt der Funktion bei für den einzelnen Hund geeigneten Aktivitäten zu unterstützen.
Mobilität
Gelenkbeweglichkeit, Gangbild und allgemeine Bewegungsfähigkeit werden im Zusammenhang mit der klinischen Erkrankung beurteilt.
Kraft und Kontrolle
Wenn es angezeigt ist, kann das Programm Übungen für Kraft, Koordination und Bewegungskontrolle umfassen.
Neubewertung
Fortschritte und Schwierigkeiten werden neu beurteilt, damit das Programm an die veränderten Bedürfnisse des Patienten angepasst werden kann.
Wann kann Physiotherapie angezeigt sein?
Tierphysiotherapie kommt in sehr unterschiedlichen Situationen infrage. Die Diagnose allein entscheidet jedoch nicht darüber, ob ein Rehabilitationsprogramm notwendig ist. Die Entscheidung hängt von der klinischen Erkrankung, dem gewählten Behandlungsansatz, den vorhandenen funktionellen Einschränkungen und den für den einzelnen Hund festgelegten Zielen ab.
Bei manchen Patienten kann die Rehabilitation die Genesung nach einem chirurgischen Eingriff begleiten. Bei anderen kann sie Teil der Behandlung einer orthopädischen oder neurologischen Erkrankung sein oder bei Kraftverlust, eingeschränkter Mobilität und Bewegungsproblemen eingesetzt werden.
Anhand der Erstbeurteilung und der anschließenden Verlaufskontrollen lässt sich feststellen, welche Maßnahmen geeignet sind und wie sie im weiteren Verlauf angepasst werden sollten.

Lehrreiche Illustration. Tippe auf die Punkte, um einige Bereiche zu erkunden, die bei einer Rehabilitationsbeurteilung berücksichtigt werden können.
Nach bestimmten chirurgischen Eingriffen
Nach bestimmten orthopädischen oder neurologischen Eingriffen kann die Rehabilitation Teil des postoperativen Behandlungspfads sein. Das Programm muss den durchgeführten Eingriff, die Gewebeheilungsphase und die Empfehlungen des Chirurgen oder Tierarztes berücksichtigen.
Orthopädische Erkrankungen
Erkrankungen, die Gelenke, Knochen, Muskeln oder Sehnen betreffen, können Bewegung und Funktion beeinträchtigen. Wenn angezeigt, wird die Physiotherapie auf der Grundlage der Diagnose und der Einschränkungen des einzelnen Hundes in den Behandlungsplan integriert.
Kniescheibenverrenkung →Neurologische Erkrankungen
Neurologische Erkrankungen können Schmerzen, Schwäche, Koordinationsstörungen oder Funktionsverlust verursachen. Das Rehabilitationsprogramm muss, wenn angezeigt, dem neurologischen Defizit und dem durchgeführten medizinischen oder chirurgischen Behandlungsansatz angepasst werden.
IVDD →Verringerte Kraft und Mobilität
Inaktivität, Ruhigstellung oder eine geringere Nutzung einer Gliedmaße können mit Kraftverlust und eingeschränkter Funktionsfähigkeit einhergehen. Der schrittweise Aufbau der Aktivitäten muss individuell geplant und regelmäßig überprüft werden.
Älterer Hund
Das Alter allein ist keine Indikation für Physiotherapie. Bei älteren Hunden mit spezifischen Bewegungsschwierigkeiten oder funktionellen Einschränkungen kann ein individualisiertes Programm als Teil der Gesamtversorgung in Betracht gezogen werden.
Konservative Behandlung
Für einige Erkrankungen kann der Behandlungsplan konservativ sein oder Rehabilitation ohne chirurgischen Eingriff umfassen. Das bedeutet nicht, dass Physiotherapie eine Chirurgie ersetzen kann, wenn diese angezeigt ist: Die Wahl des Behandlungsansatzes obliegt dem Tierarzt auf der Grundlage des einzelnen Falls.
Nicht die Diagnose allein entscheidet
Zwei Hunde mit derselben Diagnose können sehr unterschiedliche Fähigkeiten, Einschränkungen und Ziele haben. Deshalb reicht der Name der Erkrankung nicht aus, um ein Physiotherapieprogramm zu definieren: Wichtig sind auch die funktionelle Beurteilung, die durchgeführte Behandlung, der Allgemeinzustand des Hundes und seine Reaktion im Laufe der Zeit.
Die physiotherapeutische Beurteilung
Bevor ein Rehabilitationsprogramm erstellt wird, muss geklärt werden, wie sich der Hund bewegt, welche Einschränkungen bestehen und welche Ziele in seinem Fall realistisch sind.
Die physiotherapeutische Beurteilung ersetzt nicht die tierärztliche Diagnose. Sie geht stattdessen von den verfügbaren klinischen Informationen aus und beobachtet, wie eine bestimmte Erkrankung Körperhaltung, Bewegung und Funktion beeinflusst.
Je nach Patient kann der Fachmann das Gangbild beobachten, die Gelenkbeweglichkeit beurteilen, die Muskulatur untersuchen, mögliche Unterschiede zwischen den beiden Körperseiten feststellen und die Reaktion des Hundes auf Bewegung und Manipulation berücksichtigen.
Bei neurologischen Patienten oder nach chirurgischen Eingriffen muss die Beurteilung außerdem die Empfehlungen des Tierarztes oder Chirurgen und den aktuellen klinischen Zustand des Hundes berücksichtigen.
Diese Informationen dienen dazu, konkrete funktionelle Ziele zu definieren und ein Programm auszuwählen, das im Verlauf der Rehabilitation angepasst werden kann.

Krankengeschichte und tierärztliche Empfehlungen
Die Diagnose, verfügbare Untersuchungsergebnisse, bereits durchgeführte Behandlungen und die Empfehlungen des Tierarztes oder Chirurgen liefern den notwendigen Kontext für die korrekte Einrichtung des Rehabilitationsprogramms.
Körperhaltung und Gewichtsverteilung
Die Art und Weise, wie der Hund steht und sein Gewicht verteilt, kann nützliche Informationen über die Strategien liefern, die er einsetzt, um Schmerzen, Schwäche oder funktionelle Einschränkungen zu kompensieren.
Gangbild und Bewegung
Die Beobachtung des gehenden Hundes ermöglicht die Beurteilung von Bewegungsfluss, Symmetrie, Gliedmaßeneinsatz und möglichen Kompensationsmustern.
Gelenkbeweglichkeit
Wenn angezeigt, kann die Gelenkbeweglichkeit beurteilt werden, um festzustellen, ob die Bewegung im Vergleich zu den funktionellen Bedürfnissen des Patienten eingeschränkt, asymmetrisch oder reduziert ist.
Muskelmasse und Kontrolle
Die Beurteilung kann Muskelmasse, -tonus, funktionelle Kraft und die Fähigkeit des Hundes berücksichtigen, die Bewegung bei einfachen Aktivitäten zu kontrollieren.
Reaktion und Ziele
Die Reaktion des Hundes auf Manipulation und Bewegung hilft zusammen mit den beobachteten Fähigkeiten dabei, realistische Ziele zu definieren und zu entscheiden, wie das Programm voranschreiten soll.
Die Beurteilung ist keine Momentaufnahme
Der Zustand des Hundes kann sich im Verlauf der Rehabilitation verändern. Aus diesem Grund kann das Rehabilitationsprogramm regelmäßige Verlaufskontrollen vorsehen: Was zu Beginn angemessen ist, muss möglicherweise angepasst werden, wenn sich Kraft, Mobilität, Schmerz, Koordination oder funktionelle Kapazität verändern.
Wie ein individualisiertes Rehabilitationsprogramm entsteht
Es gibt kein einziges Rehabilitationsprogramm, das für alle Hunde geeignet ist. Selbst wenn zwei Patienten dieselbe Diagnose haben, können sie unterschiedliche Fähigkeiten, Einschränkungen und Ziele aufweisen.
Nach der Beurteilung kann der Fachmann ein Programm auf der Grundlage der klinischen Situation des Hundes, seiner funktionellen Fähigkeiten und – wenn vorhanden – der Empfehlungen des Tierarztes oder Chirurgen festlegen.
Ziele und Maßnahmen können außerdem im Laufe der Zeit je nach Entwicklung des Patienten und den bei den Verlaufskontrollen gesammelten Informationen angepasst werden.
Wovon hängt das Programm ab?
Diagnose und tierärztliche Empfehlungen
Die Diagnose, verfügbare Untersuchungsergebnisse, bereits durchgeführte Behandlungen und die Empfehlungen des Tierarztes oder Chirurgen tragen dazu bei, den Kontext zu definieren, in dem die Rehabilitation geplant wird.
Phase der Genesung
Die Bedürfnisse können in den ersten Phasen nach einem Eingriff, in einer fortgeschritteneren Genesungsphase oder bei der Behandlung einer chronischen Erkrankung unterschiedlich sein. Das Programm muss daher dem aktuellen klinischen Stadium des Patienten entsprechen.
Schmerz und Bewegungstoleranz
Das Vorhandensein von Schmerzen, Unbehagen oder einer eingeschränkten Bewegungstoleranz kann die Ziele und die Wahl der Maßnahmen beeinflussen. Die Reaktion des Hundes sollte während des gesamten Programms berücksichtigt werden.
Mobilität, Kraft und Kontrolle
Die bei der Beurteilung gesammelten Informationen helfen dabei zu erkennen, welche funktionellen Fähigkeiten mehr Aufmerksamkeit erfordern – zum Beispiel Mobilität, Kraft, Koordination oder Bewegungskontrolle.
Individuelle Merkmale des Hundes
Alter, Körperbau, Körpergewicht, Aktivitätsniveau, Verhalten und Kooperationsbereitschaft können alle die Art und Weise beeinflussen, wie das Rehabilitationsprogramm aufgebaut und im Laufe der Zeit angepasst wird.
Funktionelle Ziele
Die Ziele werden in Bezug auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten festgelegt: Sie können sich zum Beispiel auf Bewegung, Gliedmaßeneinsatz, Stabilität oder eine schrittweise Rückkehr zu normalen Alltagsaktivitäten beziehen.
Das Programm kann sich ändern
Ein Rehabilitationsprogramm sollte nicht als unveränderlich betrachtet werden. Wenn sich der Zustand des Hundes, seine Fähigkeiten oder die Reaktion auf die Maßnahmen verändern, können auch die Ziele und das Programm vom Fachmann neu bewertet und angepasst werden.
Methoden und Hilfsmittel der Tierphysiotherapie
Die Tierphysiotherapie kann manuelle Techniken, therapeutische Übungen und verschiedene Hilfsmittel umfassen, die zur Unterstützung der Wiederherstellung von Funktion und Bewegung eingesetzt werden.
Nicht alle Patienten brauchen dieselben Techniken. Die Wahl hängt von der Diagnose, der Genesungsphase, den Fähigkeiten des Hundes, den festgelegten Zielen und der im Verlauf beobachteten Reaktion ab.
Daher stellen die in der Rehabilitation eingesetzten Hilfsmittel kein standardisiertes Programm dar: Sie werden vom Fachmann je nach dem einzelnen Patienten ausgewählt und angepasst.

Welche Techniken können eingesetzt werden?
Manuelle Therapie
Wenn angebracht, kann der Fachmann manuelle Techniken anwenden, die auf Weichteile und Gelenke ausgerichtet sind. Die Wahl der Technik hängt von der Patientenbeurteilung, dem klinischen Befund und den Zielen des Rehabilitationsprogramms ab.
Therapeutische Übungen
Ausgewählte und schrittweise angepasste Übungen können eingesetzt werden, um an Aspekten wie Mobilität, Kraft, Gleichgewicht, Koordination und Bewegungskontrolle zu arbeiten. Art, Schwierigkeitsgrad und Progression müssen den Fähigkeiten und der Genesungsphase des einzelnen Hundes angepasst sein.
Gleichgewicht und Motorkontrolle
Spezifische Oberflächen und Geräte können eingesetzt werden, um Aktivitäten anzubieten, die Haltungskontrolle, Koordination und Belastungsmanagement erfordern. Der Schwierigkeitsgrad wird entsprechend den Fähigkeiten des Patienten gewählt und im Verlauf angepasst.
Unterwasserlaufband
Das Unterwasserlaufband ermöglicht es dem Hund, in einem Umfeld zu laufen, in dem die Eigenschaften des Wassers Belastung und Bewegungswiderstand verändern. Es kann in bestimmte Rehabilitationsprogramme aufgenommen werden, wenn es für den Patienten als geeignet erachtet wird.
Wasserstand, Geschwindigkeit und Sessiondauer sind Variablen, die vom Fachmann festgelegt werden müssen.
Kontrolliertes Gehen und Laufband
Kontrolliertes Gehen und in einigen Fällen ein terrestrisches Laufband können eingesetzt werden, um Bewegung unter kontrollierten Bedingungen zu beobachten und zu trainieren. Geschwindigkeit, Dauer und Nutzungsart hängen von den Zielen und den Fähigkeiten des Hundes ab.
Physikalische Modalitäten
In einigen Rehabilitationskontexten können auch physikalische Modalitäten als Teil eines umfassenderen Programms eingesetzt werden. Ob sie indiziert sind, hängt von der behandelten Erkrankung, den Kontraindikationen, den klinischen Zielen und der Einschätzung des Fachmanns ab.
Das Vorhandensein einer Technologie in einem Rehabilitationszentrum bedeutet nicht, dass sie für jeden Patienten notwendig oder geeignet ist.
Das Hilfsmittel ist nicht die Behandlung
Ein Rehabilitationsgerät stellt für sich allein kein therapeutisches Programm dar. Sein Nutzen hängt davon ab, warum es eingesetzt wird, wie es in das Programm integriert wird und wie der einzelne Hund darauf reagiert.
Beurteilung, Ziele und Verlaufskontrollen bleiben daher auch dann zentral, wenn spezifische Geräte oder Technologien eingesetzt werden.
Therapeutische Übungen und Progression
Therapeutische Übungen sind eine der Komponenten, die im Rahmen eines Rehabilitationsprogramms eingesetzt werden können. Im Gegensatz zu allgemeiner körperlicher Aktivität werden sie mit einem spezifischen funktionellen Ziel ausgewählt und an die Fähigkeiten des einzelnen Hundes angepasst.
Eine für einen Patienten angemessene Aktivität kann für einen anderen zu schwierig, zu einfach oder nicht geeignet sein. Bei dieser Art von Übung werden Schwierigkeitsgrad und Progression auf der Grundlage der Beurteilung, der Genesungsphase und der im Verlauf beobachteten Reaktion festgelegt.
Das Ziel ist nicht, den Hund so viele Übungen wie möglich ausführen zu lassen, sondern geeignete Aktivitäten einzusetzen, um an den funktionellen Fähigkeiten zu arbeiten, die die größte Aufmerksamkeit erfordern.
Woran können therapeutische Übungen arbeiten?
Funktionelle Mobilität
Bestimmte Aktivitäten können eingesetzt werden, um eine kontrollierte Bewegung zu fördern und an der Fähigkeit des Hundes zu arbeiten, die betroffenen Gelenke funktionell zu nutzen.
Funktionelle Kraft
Wenn angezeigt, kann Training eingesetzt werden, um die für bestimmte funktionelle Aktivitäten erforderliche Muskelbelastung schrittweise zu steigern.
Gleichgewicht und Koordination
Ausgewählte Aktivitäten können den Hund dazu bringen, seine Körperposition zu kontrollieren und die Bewegung während schrittweise an seine Fähigkeiten angepasster Aufgaben zu koordinieren.
Bewegungskontrolle
Das Programm kann Aktivitäten umfassen, die darauf abzielen, die Art und Weise zu verbessern, wie der Hund bestimmte Bewegungen bei funktionellen Aufgaben organisiert und kontrolliert.
Funktionelle Ausdauer
Bei einigen Patienten kann das Programm eine schrittweise Steigerung der Fähigkeit umfassen, geeignete Aktivitäten über längere Zeiträume aufrechtzuerhalten, immer in Bezug auf den klinischen Zustand und die Toleranz des Hundes.
Was bedeutet Progression?
Progression bedeutet nicht einfach, eine Übung immer schwieriger zu machen.
Sie kann bedeuten, schrittweise die Art der Aktivität, die Anforderungen an die Kontrolle, die Arbeitszeit, die Umgebung oder andere Elemente der Aufgabe zu verändern, basierend darauf, was der Hund in angemessener Weise leisten kann.
Wenn sich die Reaktion des Patienten verändert, kann das Programm auch reduziert, modifiziert oder vorübergehend vereinfacht werden. Die Progression ist daher nicht notwendigerweise linear.
Schwieriger bedeutet nicht besser
Eine komplexere Übung ist nicht automatisch nützlicher. Wenn die Anforderung die Fähigkeiten des Hundes übersteigt oder nicht mit den Zielen des Programms übereinstimmt, kann eine Anpassung notwendig sein. Die Qualität der Bewegung und die Reaktion des Patienten sind wichtiger als der Schwierigkeitsgrad der Aktivität.
Die Reaktion des Hundes ist entscheidend
Während des Programms sollten etwaige Veränderungen in Bezug auf Schmerzen, Ermüdung, Bewegungsqualität, Kooperation oder funktionelle Kapazität berücksichtigt werden. Bedeutsame Veränderungen können eine Neubewertung des Programms erfordern.
Unterwasserlaufband: Wie funktioniert es?
Auch bekannt als Wasserlaufband
Das Unterwasserlaufband ermöglicht es dem Hund, auf einem beweglichen Band in einer Wanne zu laufen, in der der Wasserstand reguliert werden kann.
Die Besonderheit liegt nicht einfach darin, dass der Hund im Wasser läuft. Auftrieb, hydrostatischer Druck und Wasserwiderstand verändern die Bedingungen, unter denen die Bewegung stattfindet.
Die Art der Anwendung muss an den einzelnen Patienten angepasst werden. Wasserstand, Bandgeschwindigkeit, Sessiondauer und andere Variablen können die Anforderungen an den Hund erheblich verändern.

Was ändert sich im Vergleich zum Gehen auf dem Boden?
Im Wasser zu gehen ist nicht einfach dasselbe wie mit weniger Gewicht auf dem Boden zu gehen.
Wasser verändert gleichzeitig mehrere Aspekte der Übung: Auftrieb beeinflusst die scheinbare Belastung, während Wasserwiderstand die Anforderung bei der Gliedmaßenbewegung verändert.
Daher können zwei Sitzungen mit unterschiedlichen Einstellungen für denselben Hund unterschiedliche Aktivitäten darstellen. Die Variablen müssen in Abhängigkeit von den Programmzielen und der Reaktion des Patienten gewählt werden.
Auftrieb
Mit zunehmender Eintauchtiefe kann die Auftriebskraft des Wassers die scheinbare Belastung des Hundes verändern.
Widerstand
Wasser setzt der Bewegung Widerstand entgegen. Diese Eigenschaft trägt dazu bei, das Training im Wasser vom Gehen auf dem Boden zu unterscheiden.
Steuerung
Wasserstand, Bandgeschwindigkeit und andere Sitzungsparameter können vom Fachmann an den einzelnen Patienten angepasst werden.
Wann kann es eingesetzt werden?
Das Unterwasserlaufband kann in einige orthopädische oder neurologische Rehabilitationsprogramme und in bestimmte postoperative Verläufe einbezogen werden, wenn der Zustand des Patienten und die Rehabilitationsziele es sinnvoll erscheinen lassen.
Das Vorhandensein einer bestimmten Diagnose bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Wasserarbeit indiziert ist. Die Entscheidung muss den klinischen Zustand, die Genesungsphase, die funktionellen Fähigkeiten, etwaige Vorsichtsmaßnahmen und die Reaktion des einzelnen Hundes berücksichtigen.
Orthopädische Verläufe
Bei einigen Patienten mit orthopädischen Problemen kann es als Teil eines umfassenderen Programms eingesetzt werden, auf der Grundlage der funktionellen Beurteilung und der festgelegten Ziele.
Neurologische Verläufe
Bei einigen neurologischen Patienten kann Wasserarbeit im Rahmen des Rehabilitationsprogramms in Betracht gezogen werden, in Bezug auf motorische Fähigkeiten und klinischen Zustand.
IVDD bei der Französischen Bulldogge →Postoperative Erholung
Nach einigen Eingriffen kann es eingeführt werden, wenn der Chirurg oder der Tierarzt und der Rehabilitationsfachmann den Zeitpunkt und die Nutzungsbedingungen als geeignet erachten.
Es ist nicht für alle Patienten geeignet
Das Unterwasserlaufband ist nicht automatisch für jeden Hund oder jede Genesungsphase geeignet. Nicht ausreichend verheilte Wunden, bestimmte Erkrankungen, Hautprobleme, Atemprobleme, ausgeprägte Stressreaktionen oder andere Situationen können Vorsichtsmaßnahmen, Programmänderungen oder eine Uneignung der Wasserarbeit erfordern. Die Entscheidung muss auf der Grundlage der individuellen klinischen Situation getroffen werden.
Bei der Französischen Bulldogge müssen auch Belastungstoleranz, Atmung und Thermoregulation besonders sorgfältig berücksichtigt werden. Bei Tieren mit erheblichen Atemwegs- oder brachyzephalen Problemen muss das Aktivitätsmanagement individualisiert und vorsichtig sein.
Der Wasserstand ist kein Detail
Eine Änderung der Wassertiefe verändert die Bedingungen, unter denen sich der Hund bewegt. Daher sollte der Wasserstand nicht einfach nach der Körpergröße des Hundes gewählt werden, sondern in Bezug auf die Ziele der Session und die beobachtete Reaktion.
Physikalische Therapiemaßnahmen und Photobiomodulation
In einige Rehabilitationsprogramme können auch physikalische Therapiemaßnahmen einbezogen werden. Dabei handelt es sich um Interventionen, die physikalische Energieformen mit spezifischen Zielen einsetzen und die in Abhängigkeit vom klinischen Zustand und dem Programm des einzelnen Patienten gewählt werden.
Diese Hilfsmittel stellen für sich allein kein Rehabilitationsprogramm dar. Wenn sie eingesetzt werden, sind sie in der Regel in einen umfassenderen Verlauf eingebettet, der funktionelle Beurteilung, Bewegungsmanagement, therapeutische Übungen und regelmäßige Neubewertungen umfassen kann.
Zu den in der Veterinär-Rehabilitation eingesetzten Modalitäten gehört die Photobiomodulation (PBM), häufig auch als therapeutischer Laser oder Lasertherapie bezeichnet.
Was ist Photobiomodulation?
Die Photobiomodulation verwendet nicht-ionisierendes Licht, in der Regel in den roten oder nahinfraroten Wellenlängen, um mit biologischem Gewebe zu interagieren.
Der Begriff umfasst Anwendungen, die Lasergeräte oder andere geeignete Lichtquellen verwenden können. In der Veterinärmedizin wird sie in verschiedenen Zusammenhängen erforscht und eingesetzt, u. a. bei der Behandlung bestimmter Schmerz- oder Entzündungsprozesse und zur Unterstützung der Gewebeheilung.
Der Begriff 'therapeutischer Laser' beschreibt jedoch keine einheitliche Standardbehandlung. Gerät, Wellenlänge, Leistung, Dosis, Anwendungsart, Gewebeeigenschaften und die behandelte Erkrankung können die erzielten Wirkungen beeinflussen.

Wozu kann sie eingesetzt werden?
Die biologischen Wirkungen der Photobiomodulation werden seit vielen Jahren erforscht. Im Rehabilitationsbereich kann ihr Einsatz je nach Erkrankung und Patient mit unterschiedlichen Zielen in Betracht gezogen werden.
Schmerzmanagement
In bestimmten klinischen Situationen kann Photobiomodulation als Teil einer multimodalen Schmerzmanagementstrategie eingesetzt werden. Die Reaktion ist nicht notwendigerweise bei allen Patienten oder allen Erkrankungen gleich.
Entzündungsprozesse
Die Auswirkungen von Licht auf biologische und Entzündungsprozesse sind Gegenstand der Forschung. Eine klinische Anwendung muss in Bezug auf die behandelte Erkrankung und die anderen Komponenten des Therapieverlaufs bewertet werden.
Gewebe und Heilung
Photobiomodulation wird auch in Bezug auf Gewebereparatur- und Heilungsprozesse erforscht. Indikationen und Anwendungsart müssen vom Fachmann auf der Grundlage der klinischen Situation festgelegt werden.
Nicht alle Evidenzen sind gleich
Die Photobiomodulation umfasst unterschiedliche Geräte, Parameter und Anwendungen. Daher können Ergebnisse, die in einer Studie oder für eine bestimmte Erkrankung beobachtet wurden, nicht automatisch auf andere Anwendungen übertragen werden.
Die veterinärmedizinische Fachliteratur zeigt in einigen Bereichen vielversprechende Ergebnisse, aber Qualität und Umfang der Evidenz variieren je nach untersuchter Erkrankung. Daher sind eine korrekte klinische Indikation und realistische Erwartungen wichtig.
Warum sind die Parameter wichtig?
Die bloße Bezeichnung 'Laser' beschreibt die Behandlung nicht vollständig. Die Energie, die das Gewebe erreicht, hängt von zahlreichen Eigenschaften des Geräts und der Anwendung ab.
Das bedeutet, dass zwei Behandlungen, die beide als Photobiomodulation bezeichnet werden, nicht gleichwertig sein müssen. Auch Tiefe und Eigenschaften des Gewebes, das behandelte Areal und das klinische Ziel tragen dazu bei, wie die Modalität angewendet wird.
Deshalb gibt es keine universell geeignete Einstellung für jeden Hund und jeden Zustand.
Warum werden Augenschutzmaßnahmen verwendet?
Einige Lasergeräte können für die Augen ein Risiko darstellen. Während der Anwendung müssen daher die für das Gerät und seine Klasse vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden.
Wenn erforderlich, werden geeignete Augenschutzmittel für das Personal, den Patienten und andere im Behandlungsbereich anwesende Personen verwendet.
Der Schutz muss an die Eigenschaften der verwendeten Lichtquelle angepasst sein: herkömmliche Sonnenbrillen sind nicht ausreichend.
Das ist keine Heimanwendung
Scheinbar ähnliche Geräte können sehr unterschiedliche Eigenschaften haben. Indikation, Parameter und Sicherheitsmaßnahmen müssen von einem kompetenten Fachmann beurteilt werden. Die Informationen auf dieser Seite dürfen nicht dazu verwendet werden, eigenständig eine Behandlung mit Laser- oder Leuchtgeräten einzustellen.
Gibt es auch andere physikalische Therapiemaßnahmen?
Ja. In der Veterinär-Rehabilitation können je nach Fall und Qualifikation des Fachmanns auch andere physikalische oder instrumentelle Therapiemaßnahmen eingesetzt werden.
Ihre Verfügbarkeit in einer Einrichtung bedeutet nicht automatisch, dass sie für jeden Patienten geeignet sind. Die Wahl sollte vom klinischen Ziel und den verfügbaren Evidenzen abhängen, nicht einfach von der Verfügbarkeit des Geräts.
Elektrische Stimulation
Bestimmte Formen der Elektrostimulation können bei ausgewählten Patienten mit spezifischen Zielen eingesetzt werden. Indikation und Parameter hängen vom klinischen Kontext ab.
Therapeutischer Ultraschall
Therapeutischer Ultraschall ist eine von der diagnostischen Sonographie separate Modalität. Sein möglicher Einsatz muss in Bezug auf die Indikation und die verfügbaren Evidenzen bewertet werden.
Thermotherapie und Kryotherapie
Wärme und Kälte können vorübergehend bestimmte Gewebeeigenschaften und die Schmerzwahrnehmung verändern. Modalität, Dauer und Indikation hängen von der klinischen Situation ab.
Rehabilitation nach einem chirurgischen Eingriff
Nach einem orthopädischen oder neurologischen Eingriff kann Rehabilitation Teil des Genesungsverlaufs werden, sofern sie für den einzelnen Patienten geeignet ist.
Das Programm muss jedoch unter Berücksichtigung des durchgeführten Eingriffs, der betroffenen Gewebe, des klinischen Zustands des Hundes und der Empfehlungen des Chirurgen oder Tierarztes aufgebaut werden.
Zwei Hunde, die denselben Eingriff erhalten haben, können zudem unterschiedlich genesen. Schmerz, Fähigkeit zur Gliedmaßennutzung, Kraft, Mobilität, Bewegungskontrolle und Reaktion auf angebotene Aktivitäten können sich unterschiedlich schnell entwickeln.
Deshalb sollte der postoperative Verlauf nicht als starre Abfolge von Übungen betrachtet werden, sondern als progressiver Prozess, der auf Basis der Heilung und der Verlaufskontrollen angepasst wird.
Die Empfehlungen des Chirurgen haben Vorrang
Nach einem Eingriff können spezifische Einschränkungen bezüglich Belastung, Bewegung oder erlaubter Aktivitäten bestehen. Die Rehabilitation muss diese Vorgaben einhalten und darf nicht eigenständig eine Genesungsphase vorwegnehmen, für die der Patient noch nicht bereit ist.
Warum verändert sich der Verlauf während der Genesung?
Die Bedürfnisse eines Hundes in den frühen Phasen nach einem Eingriff können sich erheblich von denen unterscheiden, die später auftreten.
Anfangs kann der Fokus vor allem auf dem Schutz des operierten Bereichs, der Betreuung, der sicheren Mobilitätsbewältigung und dem Erhalt von Fähigkeiten liegen, die mit den bestehenden Einschränkungen vereinbar sind.
Mit fortschreitender Heilung, wenn die klinische Situation es erlaubt, können sich die Ziele schrittweise auf Mobilität, Gliedmaßennutzung, Kraft, Bewegungskontrolle und Wiederherstellung funktioneller Aktivitäten verlagern.
Der Übergang von einem Ziel zum nächsten sollte nicht allein von der seit dem Eingriff vergangenen Zeit abhängen, sondern auch von den Bedingungen des Patienten und den klinischen Empfehlungen.

Diese Progression ist konzeptuell: Phasen, Ziele und Zeitrahmen können sich je nach Eingriff und individuellem Patienten überschneiden oder verändern.
Schutz und anfängliche Betreuung
In den frühen Phasen können der Schutz operierter Gewebe, das sichere Mobilitätsmanagement und die Einhaltung verordneter Einschränkungen Vorrang haben. Die Aktivitäten werden je nach Eingriff und klinischem Zustand des Hundes ausgewählt.
Kontrollierte Bewegung
Wenn geeignet, kann der Verlauf Aktivitäten umfassen, die darauf abzielen, eine mit der Heilungsphase vereinbare funktionelle Bewegung schrittweise wiederherzustellen. Art und Intensität hängen von der Reaktion des Patienten und den klinischen Empfehlungen ab.
Wiederherstellung der Funktion
Mit fortschreitender Genesung können Ziele wie Gliedmaßennutzung, Mobilität, Kraft, Koordination und Bewegungskontrolle relevanter werden. Nicht alle diese Aspekte entwickeln sich notwendigerweise gleich schnell.
Schrittweise Rückkehr zu Aktivitäten
Die Rückkehr zu normalen Alltagsaktivitäten sollte progressiv und kohärent mit den erreichten Fähigkeiten des Hundes erfolgen. Der bloße Zeitablauf zeigt allein nicht, dass der Patient für eine anspruchsvollere Aktivität bereit ist.
Was kann während des Verlaufs neu bewertet werden?
Verlaufskontrollen ermöglichen es, die Entwicklung des Patienten mit den festgelegten Zielen zu vergleichen und zu beurteilen, ob das Programm beibehalten, angepasst oder vorübergehend reduziert werden sollte.
Die seit dem Eingriff vergangene Zeit ist nicht das einzige Kriterium
Heilungszeiträume sind wichtig, beschreiben aber allein nicht die funktionelle Kapazität des Patienten.
Ein Hund kann sich zu einem bestimmten Zeitpunkt nach einem Eingriff befinden und dennoch Einschränkungen aufweisen, die eine vorsichtigere Progression erfordern. In anderen Fällen kann die Entwicklung günstig sein, aber etwaige chirurgische Einschränkungen müssen dennoch eingehalten werden.
Deshalb sollten Entscheidungen über die Progression des Verlaufs biologische Heilungszeit, Empfehlungen des Chirurgen, funktionelle Beurteilung und individuelle Reaktion des Hundes integrieren.
Vergleichen Sie die Genesung Ihres Hundes nicht mit der eines anderen
Wenn ein anderer Hund wenige Wochen nach einem Eingriff läuft, rennt oder bestimmte Übungen ausführt, bedeutet das nicht, dass dieselbe Progression für den eigenen Hund geeignet ist. Art des Eingriffs, Ausgangsbedingungen, etwaige Komplikationen und individuelle Reaktion können den Verlauf erheblich verändern.
Ein koordinierter Verlauf
In der postoperativen Genesung kann die Kommunikation zwischen dem Fachmann, der den Eingriff durchgeführt hat oder betreut, und dem Rehabilitationsfachmann besonders wichtig sein.
Der Chirurg oder Tierarzt definiert die medizinischen Aspekte und etwaige Einschränkungen, die mit dem Eingriff zusammenhängen. Der Rehabilitationsfachmann nutzt diese Informationen zusammen mit der funktionellen Beurteilung, um den Verlauf an die Fähigkeiten des Patienten anzupassen.
Wenn die Entwicklung nicht wie erwartet verläuft oder neue Probleme auftreten, kann eine erneute tierärztliche Untersuchung erforderlich sein, bevor das Programm fortgesetzt oder geändert wird.
Der Rehabilitationsverlauf hängt von der behandelten Erkrankung und den tierärztlichen Entscheidungen ab. Erfahren Sie mehr über einige Erkrankungen, die eine spezifische postoperative Betreuung erfordern können.
Neurologische Rehabilitation und IVDD
Neurologische Erkrankungen können beeinflussen, wie das Nervensystem Haltung, Bewegung und Gliedmaßennutzung kontrolliert. Deshalb erfordert die Rehabilitation eines neurologischen Patienten eine andere Beurteilung als die eines Hundes mit ausschließlich muskuloskelettalen Problemen.
Bei der Französischen Bulldogge ist die Bandscheibenerkrankung (IVDD) eine der wichtigsten neurologischen Erkrankungen. Ein Bandscheibenprolaps kann das Rückenmark oder, je nach Lokalisation, andere Nervenstrukturen komprimieren und klinische Bilder von sehr unterschiedlicher Schwere erzeugen.
Einige Hunde können Schmerzen und relativ leichte Bewegungsveränderungen zeigen; andere können bedeutende neurologische Defizite entwickeln und die Fähigkeit zu gehen teilweise oder vollständig verlieren.
Deshalb gibt es kein einziges Rehabilitationsprogramm, das für alle neurologischen Patienten geeignet ist. Diagnose, Lokalisierung der Läsion, Schwere der Defizite, durchgeführte Behandlung, etwaige Einschränkungen und individuelle Reaktion beeinflussen den Verlauf.
Rehabilitation folgt der neurologischen Einschätzung
Schwäche, Ataxie, Gehschwierigkeiten oder Funktionsverlust der Gliedmaßen können verschiedene Ursachen haben. Rehabilitation ersetzt nicht die tierärztliche Diagnose und darf die Untersuchung eines Hundes mit neuen neurologischen Symptomen oder Verschlechterung nicht verzögern.
Was kann sich bei einem neurologischen Patienten verändern?
Das Nervensystem trägt kontinuierlich zur Bewegungskontrolle bei. Wenn ein Teil davon beeinträchtigt ist, kann das Problem auf unterschiedliche Weise auftreten.
Kraft und Stützfähigkeit
Der Hund kann Schwierigkeiten haben, das Gewicht korrekt zu tragen oder eine wirksame Bewegung auszuführen. Der Schweregrad kann zwischen Patienten und zwischen verschiedenen Gliedmaßen erheblich variieren.
Koordination
Bewegungen können weniger präzise oder koordiniert werden. Der Hund kann schwanken, die Gliedmaßen überkreuzen oder Schwierigkeiten haben, die Schritte richtig zu organisieren.
Propriozeption
Die Propriozeption ermöglicht dem Nervensystem, Informationen über die Position und Bewegung des Körpers und der Gliedmaßen zu empfangen und zu nutzen. Ein Defizit kann zu anomalem Aufstützen oder einer langsameren Korrektur der Pfotenlage beitragen.
Haltungskontrolle und Funktion
Stehen, Positionswechsel, Gleichgewicht halten und Gehen erfordern die Integration zahlreicher neurologischer und muskuloskelettaler Funktionen. Deshalb betrachtet die Beurteilung den Hund als Ganzes.
Propriozeption ist nicht einfach von einem Foto abzulesen
Propriozeption ist eine Funktion des Nervensystems und wird klinisch durch geeignete Reaktionen und Tests beurteilt. Die Position einer Pfote oder eine einzelne zu Hause beobachtete Bewegung erlaubt es allein nicht, das Vorhandensein oder den Schweregrad eines propriozeptiven Defizits zu bestimmen.

Was können die Ziele der neurologischen Rehabilitation sein?
Die Ziele hängen von den vorhandenen Fähigkeiten und dem neurologischen Bild ab. Bei einigen Patienten kann das sichere Einhalten einer Position Priorität haben; bei anderen das schrittweise Arbeiten an der Bewegungskontrolle oder Funktion beim Gehen.
Sichere Mobilität
Das Sturzrisiko zu reduzieren und dem Hund zu ermöglichen, sich auf eine mit seinen aktuellen Fähigkeiten vereinbare Weise zu bewegen.
Haltungskontrolle
Wenn möglich und angemessen, eine wirksamere Kontrolle der für Alltagsaktivitäten erforderlichen Positionen zu fördern.
Funktionelle Gliedmaßennutzung
Das Programm kann berücksichtigen, wie der Hund seine Gliedmaßen beim Aufstützen, bei Positionswechseln und Bewegungen nutzt.
Bewegungskoordination
Bei Patienten mit Koordinationsproblemen können Aktivitäten an die beobachteten neurologischen und motorischen Fähigkeiten angepasst werden.
Wiederherstellung der Aktivitäten
Die Ziele werden mit den für den einzelnen Hund tatsächlich nützlichen Funktionen verknüpft und während des Verlaufs neu bewertet.
IVDD: Warum kann der Verlauf so unterschiedlich sein?
IVDD erzeugt kein einheitliches klinisches Bild. Präsentation, Lokalisation und Schwere der neurologischen Defizite können von Hund zu Hund sehr unterschiedlich sein.
Auch die Behandlung kann unterschiedlich sein. Einige Patienten werden konservativ behandelt, wenn dies vom Tierarzt als geeignet erachtet wird, während andere einen chirurgischen Eingriff benötigen können.
Folglich müssen auch die Rolle und der Zeitpunkt der Rehabilitation im Kontext des einzelnen Falls gesehen werden. Etwaige Bewegungs- oder Aktivitätseinschränkungen müssen eingehalten und mit dem Tierarzt oder Chirurgen abgestimmt werden.
IVDD bei der Französischen Bulldogge kennenlernen
Ursachen, Symptome, neurologische Grade, Diagnose, Behandlung, Genesung und Warnsignale werden in unserem dedizierten Leitfaden vertieft.
Zum IVDD-LeitfadenEs gibt keine Standardabfolge
Zwei Hunde mit IVDD können vollständig unterschiedliche Fähigkeiten und Bedürfnisse haben. Eine für einen Patienten, der selbstständig läuft, geeignete Aktivität muss es nicht für einen Hund mit bedeutenderen neurologischen Defiziten sein.
Deshalb sollten online beobachtete oder mit einem anderen Hund verwendete Übungen nicht automatisch als für den eigenen Patienten geeignet betrachtet werden.
Assistenz bedeutet nicht, die Bewegung für den Hund auszuführen
Bei Patienten, die Unterstützung benötigen, kann der Fachmann je nach vorhandenen Fähigkeiten unterschiedliche Assistenzmethoden anwenden.
Der Zweck der Assistenz kann beispielsweise sein, die Sicherheit zu erhöhen, eine geeignete Position zu ermöglichen oder eine Aktivität möglich zu machen, die der Patient noch nicht auf dieselbe Weise selbstständig bewältigen könnte.
Menge und Art der Unterstützung müssen an die Reaktion des Hundes angepasst werden und können sich während des Verlaufs verändern.
Wenn der Patient operiert wurde, muss der Verlauf auch die Grundsätze der postoperativen Rehabilitation und die spezifischen Empfehlungen des Chirurgen berücksichtigen. Rehabilitation nach einem chirurgischen Eingriff
Wann ist eine neue tierärztliche Untersuchung erforderlich?
Während eines Rehabilitationsverlaufs sollte das Auftreten neuer neurologischer Symptome oder eine Verschlechterung gegenüber der vorherigen Situation nicht einfach als normale Übungsschwierigkeit interpretiert werden.
- Neue Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Gehen
- Deutliche Verschlechterung der Koordination
- Neuer Verlust oder markante Reduktion der Funktion einer oder mehrerer Gliedmaßen
- Starke oder plötzlich zunehmende Schmerzen
- Relevante Veränderungen der Blasen- oder Darmfunktion
- Jede rasche neurologische Verschlechterung
Bei neurologischer Verschlechterung die Aktivität unterbrechen und den Tierarzt kontaktieren. Einige Rückenmarkserkrankungen können eine zeitnahe Untersuchung erfordern.
Die Rolle des Besitzers in der Rehabilitation
Eine Sitzung beim Fachmann stellt nur einen Teil des täglichen Lebens des Hundes dar. Zwischen einer Untersuchung und der nächsten können das häusliche Umfeld, die täglichen Aktivitäten und die Einhaltung der erhaltenen Anweisungen beeinflussen, wie der Rehabilitationsverlauf gestaltet wird.
Die Rolle des Besitzers besteht jedoch nicht darin, eigenständig neue Übungen zu entwickeln oder eine Aktivität schwieriger zu machen, weil der Hund besser zu sein scheint.
Sie bedeutet vor allem, das Vereinbarte korrekt anzuwenden, etwaige Einschränkungen zu respektieren, zu beobachten, wie der Hund auf Aktivitäten reagiert, und etwaige Veränderungen dem Fachmann oder dem Tierarzt mitzuteilen.
Auf diese Weise wird das, was zu Hause geschieht, Teil eines koordinierten Verlaufs und kein paralleles Programm zur professionellen Rehabilitation.
Zu Hause bedeutet nicht "Heimwerken"
Eine Übung, die während einer Sitzung eingesetzt wird, ist nicht automatisch geeignet, sie eigenständig zu Hause zu wiederholen. Wenn der Fachmann häusliche Aktivitäten zuweist, müssen Art, Häufigkeit und Progression den für den einzelnen Hund erhaltenen Anweisungen folgen.
Wie kann der Besitzer beitragen?
Der nützlichste Beitrag besteht nicht unbedingt darin, mehr zu tun, sondern darin, das, was zwischen den Sitzungen geschieht, kohärent und beobachtbar zu machen.
Das vereinbarte Programm einhalten
Wenn häusliche Aktivitäten zugewiesen wurden, ist es wichtig, diese gemäß den angegebenen Modalitäten auszuführen, ohne eigenständig Schwierigkeit, Dauer oder Häufigkeit zu erhöhen.
Einschränkungen respektieren
Nach einem Eingriff oder bei bestimmten Erkrankungen können vorübergehende Aktivitätsbeschränkungen vorgesehen sein. Die Tatsache, dass sich der Hund besser zu fühlen scheint, bedeutet nicht unbedingt, dass diese Einschränkungen ausgesetzt werden können.
Veränderungen beobachten
Der Besitzer sieht den Hund bei normalen Alltagsaktivitäten und kann Veränderungen beim Aufstützen, in der Bewegung, bei der Bereitschaft, eine Aktivität auszuführen, oder im Wohlbefinden bemerken. Diese Beobachtungen können bei Verlaufskontrollen nützlich sein.
Das Umfeld kohärent mit dem Verlauf gestalten
Das häusliche Umfeld kann gegebenenfalls so organisiert werden, dass die aktuellen Fähigkeiten des Hundes und die vom Tierarzt oder Rehabilitationsfachmann angegebenen Einschränkungen respektiert werden.
Mit den Fachleuten kommunizieren
Zweifel, Schwierigkeiten bei der Ausführung einer verschriebenen Aktivität, unerwartete Veränderungen oder eine andere Reaktion als erwartet sollten mitgeteilt werden, anstatt das Programm eigenständig zu ändern.
Das Umfeld ist Teil der Versorgung
Zuhause ist kein neutrales Umfeld: Böden, Treppen, Sofas, Betten und andere Elemente des täglichen Lebens können unterschiedliche Überlegungen erfordern, je nach den Fähigkeiten des Hundes und der Phase des Verlaufs.
Es gibt jedoch keine universelle Regel, nach der jeder Hund in der Rehabilitation immer Treppen, Sprünge oder bestimmte Oberflächen meiden muss. Die Einschränkungen hängen von der Erkrankung, einem etwaigen durchgeführten Eingriff und den erhaltenen Anweisungen ab.
Wenn Einschränkungen verschrieben wurden, kann das Umfeld so organisiert werden, dass deren Einhaltung erleichtert wird.
Was kann sinnvoll sein zu berücksichtigen?
Welche Aspekte relevant sind, hängt vom einzelnen Hund und den erhaltenen Anweisungen ab.
Oberflächen und Sicherheit
Wenn der Hund Schwierigkeiten hat, auf sehr glatten Oberflächen einen stabilen Stand zu halten, kann der Fachmann Umfeldanpassungen vorschlagen, um einige Bewegungen leichter handhabbar zu machen. Notwendigkeit und Ausmaß dieser Anpassungen hängen vom einzelnen Patienten ab.
Treppen und Sprünge: universelle Regeln vermeiden
Anweisungen bezüglich Treppen, Sprüngen, Sofas oder Bett hängen von der klinischen Situation ab.
Nach einigen chirurgischen Eingriffen oder in bestimmten Erholungsphasen können spezifische Einschränkungen vorgesehen sein. Bei anderen Patienten können die Anweisungen unterschiedlich sein.
Deshalb ist es nicht korrekt, eine einheitliche Regel für alle Hunde in der Physiotherapie festzulegen. Wenn Einschränkungen bestehen, müssen diese eingehalten werden, bis der Tierarzt oder der zuständige Fachmann etwas anderes angibt.
Beobachten bedeutet nicht Diagnostizieren
Die Beobachtungen des Besitzers können wertvolle Informationen liefern, ersetzen jedoch keine professionelle Beurteilung.
Es kann nützlich sein zu berichten, was sich im Vergleich zu den Vortagen verändert hat, in welchen Situationen eine Schwierigkeit auftritt und ob eine verschriebene Aktivität anders toleriert zu werden scheint.
Es ist hingegen nicht notwendig, jede Veränderung eigenständig einem Muskel, einem Gelenk oder einem neurologischen Problem zuzuschreiben.
Nützliche Informationen zum Berichten
Eine einzelne Veränderung erlaubt nicht unbedingt, ihre Ursache zu identifizieren. Beobachtungen werden nützlich, wenn sie in den Kontext der klinischen und funktionellen Beurteilung eingebettet werden.
Kann ein Video nützlich sein?
Wenn vom Fachmann gewünscht, können kurze Videos, die in der gewohnten Umgebung aufgenommen werden, helfen zu dokumentieren, wie der Hund eine bestimmte Aktivität ausführt oder sich in einer Situation bewegt, die während der Sitzung nicht beobachtet werden kann.
Das Video sollte als zusätzliches Kommunikationsmittel betrachtet werden und nicht als Ersatz für die klinische Untersuchung oder die Funktionsbeurteilung.
Wenn etwas zu einfach erscheint, nicht automatisch den Schwierigkeitsgrad erhöhen
Eine zu Hause beobachtete Verbesserung ist eine nützliche Information, bedeutet aber nicht unbedingt, dass Gewebe, Gelenke oder das Nervensystem für eine anspruchsvollere Aktivität bereit sind. Steigerungen sollten den für den einzelnen Verlauf festgelegten Zielen und Kriterien folgen.
Das Ziel ist Kohärenz, nicht Perfektion
Die Begleitung eines Rehabilitationsverlaufs im Alltag kann Organisation erfordern. Wenn eine verschriebene Aktivität schwer korrekt auszuführen ist, sollte der Besitzer dies mitteilen, anstatt spontan eine Variante zu improvisieren.
Ein wirklich individualisiertes Programm muss auch das häusliche Umfeld, die Fähigkeiten des Hundes und die konkrete Möglichkeit des Besitzers, die erhaltenen Anweisungen zu befolgen, berücksichtigen können.
Die häuslichen Anweisungen leiten sich aus der Beurteilung des Patienten ab und sind Teil des individualisierten Programms. Patientenbeurteilung · Individualisiertes Programm
Bei Hunden, die operiert wurden, haben die vom Chirurgen angegebenen Einschränkungen Vorrang vor allen häuslichen Überlegungen. Postoperative Rehabilitation
Bei neurologischen Patienten kann die häusliche Versorgung spezifische Anweisungen in Abhängigkeit von den vorhandenen Fähigkeiten und dem klinischen Zustand erfordern. Neurologische Rehabilitation und IVDD
Wann eine Aktivität unterbrechen und wann Hilfe suchen
Während einer Rehabilitationsbehandlung kann die Reaktion des Hundes von einer Sitzung zur nächsten und auch innerhalb derselben Aktivität variieren.
Ein gewisses Maß an Anstrengung kann bei manchen Aktivitäten erwartet werden, aber Schmerzen, offensichtliche Verschlechterung der Bewegung, neue Schwäche oder andere bedeutsame Veränderungen sollten nicht automatisch als normale Folge des Trainings interpretiert werden.
Der Besitzer sollte die Ursache jeder Veränderung nicht alleine ermitteln. Die nützlichste Aufgabe besteht darin zu erkennen, dass etwas anders ist als üblich, bei Bedarf zu stoppen und dies dem Fachmann oder dem Tierarzt mitzuteilen.
Wenn sich etwas ändert, die Schwierigkeit nicht erhöhen
Eine Aktivität, die bis dahin gut toleriert wurde, kann weniger geeignet werden, wenn sich Schmerz, Kraft, Koordination, Atmung oder funktionelle Kapazität verändern. Bei einer wesentlichen Veränderung ist es umsichtiger, die Aktivität zu unterbrechen oder zu reduzieren und vor dem Fortschreiten Rat einzuholen.
Aktivität unterbrechen und beobachten
Wenn der Hund während einer Aktivität eine andere Reaktion als üblich zeigt, kann es angebracht sein, innezuhalten und zu beobachten, bevor man weitermacht.
- Ungewöhnliche Erschöpfung
- Plötzliche Unwilligkeit weiterzumachen
- Offensichtliche Verschlechterung der Bewegungsqualität
- Auftreten von Unbehagen während der Aktivität
Diese Zeichen allein erlauben es nicht, die Ursache zu bestimmen. Wenn das Problem sich schnell löst und nicht wiederkehrt, möchte der Fachmann möglicherweise dennoch wissen, was geschehen ist, bevor er die nächste Progression vornimmt.
Den Fachmann oder Tierarzt kontaktieren, um den Verlauf neu zu bewerten
Einige Veränderungen verdienen eine direktere Kommunikation, da sie darauf hinweisen können, dass das Programm neu bewertet werden muss oder eine neue klinische Untersuchung erforderlich ist.
- Neue Lahmheit oder offensichtliche Verschlechterung einer bereits vorhandenen Lahmheit
- Anhaltende Zunahme von Schmerz oder Unbehagen
- Neue Schwierigkeiten bei Aktivitäten, die der Hund zuvor ausführen konnte
- Verschlechterung, die auch nach Beendigung der Aktivität anhält
- Deutliche Abnahme der Kapazität oder Bereitschaft zur Bewegung im Vergleich zum Normalzustand
In diesen Fällen ist es nicht ratsam, das Programm eigenständig durch Steigerung oder Veränderung der Übungen zu modifizieren. Die Situation sollte mit dem Fachmann oder dem Tierarzt besprochen werden.
Einige Veränderungen erfordern eine zeitnahe tierärztliche Beurteilung
Eine plötzliche oder bedeutsame Verschlechterung kann eine tierärztliche Beurteilung erfordern, bevor mit jeglicher Rehabilitationsaktivität fortgefahren wird.
- Neue Unfähigkeit oder deutliche Schwierigkeit beim Aufstehen
- Neuer Verlust oder deutliche Reduktion der Funktion einer oder mehrerer Gliedmaßen
- Schnelle neurologische Verschlechterung
- Starke Schmerzen oder plötzlich deutlich stärkere Schmerzen
- Erhebliche Atembeschwerden oder starker Distress während oder nach der Aktivität
- Relevante und plötzliche Veränderungen der Harn- oder Darmfunktion bei einem neurologischen Patienten
Bei diesen Zeichen die Aktivität unterbrechen und den Tierarzt kontaktieren. Die Rehabilitation sollte die Beurteilung einer möglichen klinischen oder neurologischen Verschlechterung nicht verzögern.
Erschöpfung und Schmerz sind nicht dasselbe
Ein Hund kann während einer Aktivität Erschöpfung zeigen, ohne dass dies zwangsläufig Schmerz bedeutet. Ebenso sollte Schmerz nicht als normale Folge anstrengender Übungen betrachtet werden.
Der Besitzer sollte nicht versuchen, die Ursache jedes Verhaltens alleine mit Sicherheit zu bestimmen. Wenn die Reaktion anders als üblich ist oder Zweifel aufkommen, ist es nützlicher anzuhalten und das Beobachtete zu berichten.
Bei der Französischen Bulldogge auch auf die Atmung achten
Die Französische Bulldogge ist eine brachyzephale Rasse und einige Individuen können eine reduzierte Belastungstoleranz oder Atemprobleme aufweisen.
Bei der Rehabilitation sollten daher auch Atemqualität, die Fähigkeit zur Erholung nach der Aktivität und die allgemeine Belastungstoleranz berücksichtigt werden.
Eine deutlich beschwerlichere Atmung als üblich, Distress oder eine Unfähigkeit, sich angemessen zu erholen, erfordern das Unterbrechen der Aktivität und eine angemessene Beurteilung.
Was kann hilfreich sein zu berichten?
Eine präzise Beschreibung dessen, was sich verändert hat, kann dem Fachmann helfen, die Situation besser einzuordnen.
Diese Informationen helfen bei der Kommunikation, ersetzen aber keine klinische Beurteilung.
Ein Video kann helfen, die Veränderung zu dokumentieren
Falls es möglich ist, ohne eine notwendige Beurteilung zu verzögern und ohne den Hund aufzufordern, eine schmerzhafte oder schwierige Bewegung absichtlich zu wiederholen, kann ein kurzes Video manchmal helfen zu zeigen, was der Besitzer beobachtet hat.
Ein problematisches Verhalten sollte jedoch nicht provoziert oder wiederholt werden, nur um es aufnehmen zu können.
Den Hund nicht «testen», ob er es noch kann
Wenn eine neue Schwierigkeit auftritt, ist es nicht notwendig, die Aktivität mehrmals wiederholen zu lassen, die Anforderung zu erhöhen oder verschiedene Übungen auszuprobieren, um herauszufinden, wie viel der Hund noch leisten kann. Diese Versuche können das Bild verschleiern oder das Unbehagen verstärken.
Nach einem Eingriff bleiben Einschränkungen wichtig
In der postoperativen Phase kann ein Hund aktiver erscheinen, bevor das Gewebe für eine größere Belastung bereit ist.
Wenn während der Erholung Veränderungen auftreten, sollte das Programm nicht eigenständig geändert werden. Vom Chirurgen oder Tierarzt festgelegte Einschränkungen müssen weiterhin eingehalten werden, bis neue Anweisungen vorliegen.
Bei neurologischen Patienten zählt eine Verschlechterung
Bei Hunden mit einer neurologischen Erkrankung verdienen neue Defizite oder der Verlust zuvor vorhandener Fähigkeiten besondere Aufmerksamkeit.
Eine neurologische Verschlechterung sollte nicht als einfache Erschöpfung oder als normale Phase der Rehabilitation interpretiert werden.
Bei Zweifeln ist stoppen besser als improvisieren
Eine Aktivität zu unterbrechen und um Rat zu fragen bedeutet nicht, das Rehabilitationsprogramm zu unterbrechen. Es bedeutet, es an die neuen Informationen anzupassen, die der Hund liefert.
Wie wählt man eine Fachperson für die Rehabilitation?
Die Qualität eines Rehabilitationsprogramms hängt nicht allein von den verfügbaren Techniken oder Geräten ab. Patientenbeurteilung, Kompetenz der Fachperson, Zieldefinition, Fähigkeit zur Programmanpassung sowie die Kommunikation mit dem Tierarzt und dem Halter sind ebenso wichtige Aspekte.
Für Halter kann es jedoch schwierig sein zu wissen, worauf sie bei der Suche nach einer Rehabilitationsfachperson für ihren Hund achten sollen.
Qualifikationen, Ausbildungswege und Berufsregulierung können zudem von Land zu Land variieren. Daher ist es sinnvoller, eine Reihe von Elementen zu berücksichtigen, als sich auf einen einzigen Berufstitel oder das Vorhandensein bestimmter Geräte zu verlassen.
Qualifikationen und Regulierung können sich von Land zu Land unterscheiden
Die Fachleute, die zur Ausübung bestimmter Tätigkeiten berechtigt sind, die verwendeten Bezeichnungen und die Ausbildungsanforderungen sind nicht in allen Ländern zwangsläufig identisch. Informiere dich gegebenenfalls über die in deinem Land geltenden Regeln und die erklärten Qualifikationen der Fachperson.
Was kann sinnvoll zu beurteilen sein?
Ausbildung und Erfahrung
Es kann hilfreich sein, den Ausbildungsweg der Fachperson und ihre Erfahrung mit Patienten zu kennen, die ähnliche Probleme aufweisen wie der eigene Hund – insbesondere bei orthopädischen, neurologischen oder postoperativen Fällen.
Eine echte Erstbeurteilung
Ein individualisiertes Programm beginnt mit der Erhebung klinischer Informationen und der Beurteilung der Fähigkeiten und Einschränkungen des Patienten. Das Programm sollte nicht allein von der schriftlichen Diagnose abhängen.
Verständliche Ziele
Der Halter sollte verstehen können, welche Ziele verfolgt werden, warum eine bestimmte Aktivität vorgeschlagen wird und welche Veränderungen im Verlauf beobachtet werden.
Nachbeurteilungen
Die Fähigkeiten des Hundes können sich im Laufe der Zeit verändern. Nachbeurteilungen ermöglichen es festzustellen, ob Ziele und Programm noch angemessen sind oder angepasst werden müssen.
Zusammenarbeit mit dem Tierarzt
Bei Patienten mit Erkrankungen, nach einem Eingriff oder bei neurologischen Problemen kann die Kommunikation mit dem Tierarzt oder Chirurgen besonders wichtig sein, um klinische und funktionelle Aspekte zu integrieren.
Kommunikation mit dem Halter
Klare Anweisungen helfen dem Halter zu verstehen, was er zu Hause tun soll, welche Einschränkungen einzuhalten sind und welche Veränderungen er mitteilen sollte.
Fragen, die man stellen kann
Eine gute professionelle Beziehung sollte auch Raum für die Fragen des Halters lassen.
- Was ist das Hauptziel des Programms?
- Wie werden Veränderungen im Laufe der Zeit beurteilt?
- Gibt es Einschränkungen, die ich zu Hause beachten muss?
- Welche Aktivitäten sollte ich ausschließlich gemäß den erhaltenen Anweisungen durchführen?
- Welche Veränderungen sollte ich euch mitteilen?
- In welchen Situationen muss ich den Tierarzt kontaktieren?
- Wie wird das Programm mit dem Tierarzt oder Chirurgen koordiniert, wenn nötig?
Mehr Geräte bedeuten nicht automatisch ein besseres Programm
Unterwasserlauffband, Photobiomodulation und andere instrumentelle Modalitäten können in bestimmten Programmen eine Rolle spielen, aber das Vorhandensein vieler Geräte beweist allein noch nicht die Qualität eines Rehabilitationsprogramms.
Die Wahl einer Technik sollte von den Bedürfnissen und Zielen des Patienten ausgehen, nicht einfach von der Verfügbarkeit des Geräts.
Das Programm sollte sich dem Hund anpassen, nicht der Hund dem Programm
Ähnliche Diagnosen bedeuten nicht zwangsläufig identische Fähigkeiten, Ziele oder Verläufe. Ein individualisierter Ansatz berücksichtigt, was der Hund kann, wie er reagiert und wie sich seine Bedürfnisse im Laufe der Zeit verändern.
Häufig gestellte Fragen zur Physiotherapie bei der Französischen Bulldogge
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Quellen
Inhalt auf Basis von Fachliteratur und veterinärmedizinischen Quellen. 2026
Nachweise
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